TVK Fun Sports Zentrum (Kornwestheim)
Beim Betreten des TVK Fun Sports Zentrum kann man das Ziel bereits von der Kasse aus erkennen, denn die Kletterwand ist in einem großen Gang aufgebaut, der zu mehreren Kleinsporthallen und Squashcourts führt. Das hat den Vorteil, dass die Wand fast schon ungewöhnlich hell ist und man sich beim Sichern nur schwer gegenseitig in die Quere kommen kann. Der Nachteil fällt ebenfalls schnell auf, denn in den nur durch Glaswände von der Wand getrennten Squashcourts werden auch Aerobic-, Spinning- und Kampfsportkurse durchgeführt. Das schlägt sich gegebenenfalls in einem recht hohen Lärmpegel nieder und kann auch optisch zur Ablenkung führen. Spätestens wenn man sich an die erste Route wagt, ist aber alle Ablenkung vergessen, denn die bei unserem Besuch vorhandenen Routen gefielen uns (fast) ausnahmslos.
Die in drei Abschnitte mit unterschiedlichen Strukturplatten unterteilte Wand bietet mit ihren verschieden starken Überhängen und Ausbuchtungen abwechslungsreiche Klettereien in den Schwierigkeitsgraden von 3 bis 8. In einem Drittel der Wand finden sich neben aufgeschraubten Griffen auch Insertgriffe, die in den neueren Hallen leider aus der Mode gekommen sind. Erfreulicherweise sind die Griffe in allen Routen, die wir probiert haben, in gutem Zustand. Abgeschmierte Griffe, wie wir so vor zwei Jahren noch reihenweise vorfanden, waren diesmal nicht vorhanden — und das nicht nur in den neu geschraubten Routen sondern auch in den (laut Routenplan) schon länger vorhandenen. Auch die Umlenker machten einen einwandfreien Eindruck.
Im rechten und linken Wanddrittel waren durchweg Topropes vorhanden, im mittleren Drittel hingegen ist Vorstieg angesagt. Wer eine der Vorstiegsrouten wagen will, sollte auf jeden Fall daran denken, seine Expressschlingen einzupacken, denn in der Wand befinden sich lediglich die nötigen Laschen. Fest installierte Expressschlingen sucht man hingegen vergeblich. Das ist zwar etwas ungewohnt, aber sicherlich kein Hindernis, sofern man darauf vorbereitet ist. Bei den neueren Routen finden sich die Bewertungen direkt am Einstieg, die älteren Routen sind auf einem Zettel am schwarzen Brett aufgeführt. Die Bewertungsvorschläge waren aus unserer Sicht allesamt nachvollziehbar und ernst zu nehmen. Die Routen selbst sind abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll. Die Schwierigkeiten werden nicht allein durch die Abstände der Griffe definiert, so dass auch kleinere Kletterer eine Chance haben. Lediglich passionierte Dachkletterer werden angesichts des eher winzigen Dachs Probleme haben, eine passende Route zu finden.
Insgesamt bleibt fest zu halten, dass man auch in Kornwestheim richtig gut klettern kann. Das hat sich offenbar auch schon rumgesprochen, denn zumindest unter der Woche ist die Wand abends gut besucht. Wir haben uns jedoch sagen lassen, dass es am Wochenende eher ruhig zugeht. Leider ist der Boulderbereich, der früher am Ende des Ganges zu finden war, einem Durchgang zum Opfer gefallen.