Pink Power (Böblingen)
Die Kletterwand im Pink Power bietet auf der Grundfläche eines Squash-Courts eine ausgesprochen grosse Auswahl an Routen. An zweien der drei Wände sind große Aus- und Einbuchtungen modelliert, die dritte Wand ist mehrfach unterteilt. Hier findet sich eine leicht nach hinten geneigte Wand, die sich gut für Anfänger eignet, direkt neben einer Sintersäule, einem starken und einem weniger starken Überhang und einer Strukturwand. Der vergleichsweise kleine Dachbereich kann von allen drei Seiten erreicht werden.
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Die Stärken des Pink Power liegen ganz klar im abwechslungsreichen Toprope-Klettern. Jede Route läßt sich bequem mit einem der vorhandenen Toprope-Seile sichern. Die Schwierigkeit der Routen wird hier nicht direkt in UIAA-Graden angegeben; stattdessen sind die Routen in die Kategorien leicht, mittel, schwer und sehr schwer unterteilt. Trotz oder vielleicht gerade aufgrund dieser groben Einteilung sind die Bewertungen als Orientierungshilfe gut zu gebrauchen. Positiv ist auch, dass die Bewertungen gut gepflegt werden, d.h. dass die Bewertungen und die tatsächlich vorhandenen Routen zueinander passen. In der Regel liegen mehrere Kopien der Bewertungen vor der Kletterhalle aus, so dass man sich ein Exemplar mit zu seiner Route nehmen kann. Leider waren bei unserem letzten Besuch etliche Routen dabei, bei denen die Schwierigkeit primär aus extrem langen Zügen bestand. Kletterer, die nicht gerade das Gardemaß erfüllen werden sich da u.U. etwas schwer tun.
Schlechter als für die Toprope-Kletterer sieht es hingegen für Vorstiegsbegeisterte aus, da keine echten Umlenker vorhanden sind. Wer trotzdem vorsteigen will, findet aber genügend Haken, in die er seine Expressschlingen hängen kann. In den drei Routen, die ins Dach führen, hängen darüber hinaus festinstallierte Expressschlingen.
Boulderer hingegen werden im Pink Power wenig Spass haben, da ein echter Boulderbereich fehlt. Als einzige Alternative bleibt, die vorhandenen Routen zu queren, was aber natürlich nur bei wenig Betrieb möglich ist. Wenig Betrieb scheint auch im Winter am Wochenende zu sein, zumindest waren wir bei unserem letzten Testbesuch Ende November am Sonntag nachmittag alleine an der Wand.
Angenehm ist die Nähe der Kletterhalle zur Theke, wo man sich zwischendurch mal eine kleine Pause machen kann. Da die restlichen Besucher an die Kletterer gewöhnt sind und das Treiben in der Halle im Großen und Ganzen ignorieren, hat man auch nicht das Gefühl, im “Kletterzoo” zu sein. Umgekehrt sollte man sich allerdings auch an die Squash-Spieler gewöhnen, da einige von ihnen zu lauten Flüchen neigen, die die Konzentration in schwierigen Routen doch etwas stören können.
Als Tipp für sparsame Schwaben sollte noch erwähnt werden, dass es sich lohnt, schon in den Kletterklamotten zu kommen und auf Umkleide und Sauna zu verzichten. Dadurch verbilligt sich der Eintritt um derzeit € 2,-.