Paladion (Böblingen)

Knapp 9 Monate hat es gedauert, die durch einen Brand vollständig zerstörte Kletteranlage im Sportstudio Paladion des SV Böblingen wieder aufzubauen. Wer die alte Wand noch kennen gelernt hat, kann gleich beim Betreten der neuen Anlage feststellen, dass der SVB die Chance genutzt hat, einiges an der Anlage zu verbessern. Zwar befindet sich die Kletterwand nach wie vor in direkter Nähe zu der so genannten Bewegungslandschaft, aber der Abstand wurde so weit vergrößert, dass sich Turner, Kinder und Kletterer in Zukunft seltener im Weg sein dürften als früher. Ebenfalls vergrößert wurde die Wandhöhe und zwar um ca. 3 Meter.

Die Kletterwand selbst bildet ein L, dessen kurze Seite senkrecht gehalten ist, während auf der langen Seite neben senkrechten Passagen auch verschieden starke Überhänge geboten werden. Der stärkste Überhang geht im oberen Bereich in ein kleines Dach über. Dieses Dach kann in verschiedenen Richtungen durchquert werden und einige Routen verlassen das Dach seitlich und enden erst ca. zwei Meter oberhalb. Der Großteil der Wand besteht aus nur minimal strukturierten Platten, die sich in letzter Zeit bei den Hallenbesitzer großer Beliebtheit zu erfreuen scheinen. Die gleiche Bauweise wurde auch im hohen Teil des Active Garden und im The Rock verwendet. Dementsprechend beschränkt sich die Auswahl an Griffen auf die aufgeschraubte Variante, Insertgriffe und damit beispielsweise Fingerlöcher sucht man hier vergebens.

Eine willkommene Neuerung im Vergleich zur alten Anlage ist die Struktursäule, die einen Teil der Überhangwand mit der restlichen Wand verbindet. Hier kann man auch mal abseits der geschraubten Griffe versuchen, seine Tritttechnik zu verbessern. Am oberen Ende der Struktur befindet sich auch ein Standplatz, von dem aus auch weniger Geübte bequem und unter Aufsicht erste Abseilversuche wagen können. Derzeit dürfte es diese Zielgruppe allerdings schwer haben, den Standplatz zu erreichen, da an dieser Stelle keine Route unterhalb des 6. Grades zu finden ist.

Für Anfänger ebenfalls etwas nachteilig ist das Fehlen von Toprope-Seilen. Hingen in der alten Anlage noch in fast allen Routen Seile, die man auch zum Vorsteigen abziehen konnte, so fehlen diese nunmehr komplett. Wobei der Verlauf einiger Routen angesichts der Routen echtes Topropen auch nicht wirklich angeraten erscheinen lässt, insbesondere für besagte Anfänger.

Autor: Frank
Stand: 09.2003