Kletterzentrum Stuttgart
Fast ein halbes Jahr ist es nun schon her, dass das neue Kletterzentrum des DAV Stuttgart seine Pforten geöffnet hat. Eine neue Kletterhalle in der Hauptstadt des Ländles, und noch kein Bericht bei uns, wie sich’s dort klettern lässt? Natürlich waren auch wir neugierig, alleine die Zeit fehlte bisher. Um Euch trotzdem zumindest einen ersten Eindruck zu vermitteln stürzten wir uns während der Weihnachtsferien ins Getümmel.
Freundlich und hell wirkt das Gebäude, das komplett neu direkt neben der bestehenden Außenanlage im Stadtteil Waldau errichtet wurde. Ein Eindruck, der sich im Inneren fortsetzt: sehr hell und aufgeräumt präsentieren sich mehrere Kletterwände in allen denkbaren Schwierigkeitsgraden. Da juckts doch gleich in den Fingern…
Kuscheliger Eingangsbereich
Aber bevor es losgehen kann, steht erstmal die obligatorische Anmeldung an. Kasse und Materialverleih teilen sich mit einem kleinen Bistrobereich den Eingangsbereich – und da kann’s zu Spitzenzeiten schon mal ganz schön eng werden. Wir haben aber noch Glück, und stehen schon kurz darauf in den Umkleideräumen. Die sind im Prinzip ordentlich, es stehen relativ viele Schließfächer zur Verfügung, und auch ein großer Duschbereich ist vorhanden. Warum es allerdings zwar eine Toilette, aber beim dazu gehörenden Waschbecken weder Papierhandtücher noch Seife gibt, ist wirklich unverständlich. Da kann man nur auf das Hygienebewußtsein seiner Mitmenschen setzen: Schließlich packen die gleichen Hände kurz darauf wieder die Klettergriffe draußen an. Deshalb am Besten gleich auf die separaten Toiletten gehen. Dort gibt’s beides: Seife und Handtücher.
Großzügiger Kletterbereich
Von den Umkleiden bis zur ersten Route sind es dann gerade mal fünf Schritte. Etwas erhöht stößt man zuerst auf einen ca. 8 Meter hohen Einsteigerbereich mit Routen zwischen drittem und fünftem Grad. Passend dazu stehen ausreichend Topropes zur Verfügung. Von diesem kleineren Einsteigerpodest hat man auch einen guten Überblick auf den eigentlichen Hauptkletterbereich. Entlang der Außenwand reiht sich Sektor an Sektor, unterbrochen durch einige Fensterbereiche, und auch der Innenraum wurde genutzt: fast wie eine Zwischenwand zieht sich eine beidseitig bekletterbare Kletterfläche quer durch den linken Hallenteil.
Was sofort auffällt: die Schwierigkeit der Routen ist DAV-hallentypisch recht kernig. Wer also nicht nach zwei Begehungen schon aufgepumpte Unterarme haben will, tut gut daran, die überall gut erkennbaren Bewertungen zu beachten.
Zwischenstand mit Überhang
Spaß macht das Kraxeln alle Mal: mal klettert man an glatten Holzplatten, mal gilt es, die Oberfläche von Strukturplatten mit zu nutzen. Besonders gut gefallen hat uns die Möglichkeit, Mehrseillängen zu üben. Von einem ausreichend großen Zwischenstand in ca. 10 Metern Höhe geht ungefähr die gleiche Strecke weiter in luftige Höhe. Im Gegensatz zu anderen Hallen ist diese zweite Hälfte durchaus knackig - vor allem für die Psyche weil stark überhängend.
Bouldern (nicht nur) für Kinder
Uns wird’s heute allerdings recht schnell zu voll. Wie gesagt: Weihnachtsferien. Dazu kommt noch, dass die Halle für unseren Geschmack fast schon überheizt ist. Eigentlich hätten wir Euch gerne auch einen ersten Eindruck vom ebenfalls vorhandenen Boulderbereich gegeben. Der sieht nämlich durchaus ansprechend aus, ist aber bei unserem Besuch fest in Kinderhand. Für die gibt’s zwar auch einen separaten Raum, aber den haben die kleinsten der Kleinen bereits besetzt.
Fazit
Deshalb beschließen wir es für dieses Mal gut sein zu lassen, und noch mal außerhalb der Ferien vorbei zu schauen. Das werden wir auch ganz sicher, denn tolle Möglichkeiten bietet das Kletterzentrum Waldau ohne Frage. Momentan ist das Interesse natürlich riesig, und andere Kletterer haben uns bestätigt, dass es gerade abends sehr voll werden kann. Wer also eine längere Anfahrt auf sich nehmen muss, um die Schwabenmetropole zu erreichen, dem würden wir empfehlen noch ein paar Wochen ins Land ziehen zu lassen. Oder einfach mal einen Tag frei zu nehmen, und tagsüber vorbeizuschauen. Dann ist der vergleichsweise hohe Eintrittspreis wirklich gut angelegt, das Tourenangebot reicht allemal länger als die Belastbarkeit der eigenen Unterarme.
Kletterer aus Stuttgart und Umgebung sollten auf jeden Fall mal einen Besuch wagen, wobei auch hier gilt: wenn möglich Spitzenzeiten meiden. Das werden auch wir machen, und sobald wie möglich einen ausführlicheren Bericht samt Fotos nachliefern.